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Profile » Alexandra Sidorowa

Biografie

Alexandra Sidorowa - russische Sängerin, Texterin und Mitglied mehrerer Folk- und Metal-Projekte. In den letzten Jahren ist ihr Name vor allem mit der Band «Мещера» verbunden, in der sie seit 2022 aktiv ist. In ihrem Schaffen verbinden sich akademischer Gesang, folkloristische Bildsprache und die Ästhetik schwerer Musik. In «Мещера» ist sie nicht nur als Interpretin bekannt, sondern auch als eine der Beteiligten, die die textliche, emotionale und atmosphärische Seite des Materials prägen.

Frühe Jahre und Ausbildung

Sie wurde am 30. November 1990 in Moskau geboren. Ihr Interesse an Musik zeigte sich bereits in der Kindheit und war zunächst mit dem Klavier verbunden: Der Wunsch, sich mit Musik zu beschäftigen, entstand, nachdem sie ein vierhändiges Klavierspiel gesehen hatte. Mit zehn Jahren beschloss sie, sich ernsthaft der Musik zu widmen, trat in eine Musikschule ein und schloss diese in drei Jahren ab. Ursprünglich zog sie für sich den Weg einer Pianistin in Betracht, entschied sich später jedoch für die Dirigierausbildung, die es ihr ermöglichte, gleichzeitig Instrumentalspiel und Gesang zu entwickeln.

Ihre weitere Ausbildung erhielt Alexandra an einer Musikfachschule und anschließend am Moskauer Staatlichen Konservatorium P. I. Tschaikowski, wo sie mit dem Fach Chorleitung verbunden war. Diese akademische Ausbildung wurde zur Grundlage ihrer späteren Tätigkeit als Sängerin und Chorleiterin. Die klassische Schule ermöglichte es ihr, eine solide Gesangstechnik aufzubauen, die Kontrolle über die Stimme zu bewahren und auch in härteren Genres ein professionelles Niveau zu halten. Die akademische Musik nahm in ihrer Biografie den Platz einer festen Basis ein, die ihr half, Technik und einen gesunden Stimmapparat zu erhalten.

Ein wesentlicher Teil ihrer Ausbildung war auch die Berührung mit der kirchlich-chorischen Tradition. Die klassische Ausbildung umfasste das Studium geistlicher Musik, und während ihrer Studienzeit trat sie mit Chören in verschiedenen Kirchen auf, darunter nicht nur orthodoxe, sondern auch katholische. Diese Erfahrung ergänzte die akademische Seite ihrer Biografie und wurde Teil jener Disziplin und Gesangskultur, auf der später ihre Arbeit in Folk- und Metal-Projekten aufbaute.

Beginn der musikalischen Tätigkeit

Eine Besonderheit von Alexandras künstlerischem Weg besteht darin, dass sich akademische Musik und Underground bei ihr von Anfang an parallel entwickelten. Bereits während ihrer Ausbildung an der Musikfachschule trat die erste Band in ihr Leben, und während der Zeit am Konservatorium liefen Studio- und Konzerttätigkeit gleichzeitig mit der akademischen Ausbildung. Klassik und Underground standen einander nicht gegenüber, sondern entwickelten sich nebeneinander: Die akademische Schule half beim Aufbau der Technik, während die Arbeit in der schweren Musik sie dazu anregte, ihre darstellerischen Möglichkeiten zu erweitern.

Alexandras musikalische Aktivität lässt sich seit dem Ende der 2000er Jahre verfolgen. In ihrer Diskografie finden sich frühe und spätere Beteiligungen an «Valley of the Moon», «Delirium», «Morbid Violence», «Рарогъ», «Imperial Age», «Sky Too High», «Grailight», «Zmey Gorynich» und einer Reihe weiterer Projekte. Diese Vielprojektigkeit zeigt, dass sich ihre Karriere nicht im Rahmen einer einzigen Band entwickelte, sondern als langjährige Bewegung innerhalb mehrerer verwandter Szenen - von Folk und Pagan Metal bis hin zu Symphonic Metal und angrenzenden Richtungen.

Zu den auffälligsten Etappen der frühen und mittleren Phase zählt ihre Beteiligung an «Рарогъ», zu der sie noch während ihres Studiums kam. Mit genau dieser Band waren die ersten professionellen Aufnahmen, mehrere Alben und aktive Tourneen durch Russland verbunden. In diesem Umfeld entstanden auch ihre ersten Experimente mit nichtakademischen Gesangsstilen. Volksgesang gehörte nicht zu ihrer speziellen Ausbildung: Sie formte sich vor allem als klassische, akademische Musikerin mit Neigung zur Operntradition. Volksgesang, Sprech- und Popstil sowie extreme Techniken - Screaming, Distortion und andere Methoden - eignete sie sich selbstständig an, vielfach auf experimentellem Weg im Studio.

Projekte außerhalb von «Мещера»

Einen besonderen Platz in Alexandras Biografie nimmt das seit 2019 bestehende Projekt «Smorodina Reka» ein. Es wurde von ihr gemeinsam mit Alexei Winogradow und Anna Jerilina gegründet. Im Mittelpunkt des Projekts standen russische Folklore, mythologische Bildsprache und die Verbindung russischer und nördlicher Musiktraditionen. Der Name selbst verwies auf den Smorodina-Fluss aus der ostslawischen Mythologie, während die musikalische Konzeption auf Epik, akustischer Grundlage und der Bildhaftigkeit volkstümlicher Texte beruhte. Das Projekt zeigt Alexandra auch als eigenständige Autorin: Dort tritt sie nicht nur als Sängerin auf, sondern auch als Beteiligte, die mit Text und bildhafter Seite des Materials arbeitet.

Parallel dazu arbeitete Alexandra weiterhin mit anderen Gruppen. Dazu gehören Grailight, Zmey Gorynich, Sky Too High sowie eine Reihe von Gastprojekten. Eine bedeutende Rolle in ihrer Biografie spielte auch die Arbeit mit dem Chorensemble «Silver Voice», das Parts für Metal-Bands aufnahm. Insbesondere arbeitete es mit «Arkona» am Album «Слово» und nahm zudem an mehreren Konzerten der Band teil. Diese Erfahrung, ebenso wie der langjährige Kontakt mit «Arkona», wurde zu einem wichtigen Teil ihrer künstlerischen Entwicklung.

Besondere Erwähnung verdient auch ihre Beteiligung an «Imperial Age». Die Zusammenarbeit mit der Band begann auf Grundlage der Chorarbeit: Alexandra nahm Chorparts auf, stellte eine Chorbesetzung zusammen und trat mit der Gruppe bei Konzerten auf. Später entwickelte sich diese Zusammenarbeit auch zu einer sichtbareren Gesangsrolle. Diese Etappe wurde zu einer wichtigen beruflichen Erfahrung und war eng mit der Arbeit im symphonischen Metal-Kontext verbunden, der ihr als akademischer Sängerin nahestand.

Arbeit in der Band «Мещера»

Die Band «Мещера» wurde 2022 in Rjasan gegründet. Der Name verweist auf die historische Meschtschora - eine Region zwischen Oka und Kljasma - sowie auf den alten Stamm der Meschtschora. Zur Stammbesetzung der Band gehörten Alexandra Sidorowa (Gesang), Dmitri Kokarew (Gitarren, Gesang), Maxim Ajupow (Bass) und Swjatoslaw Krekow (Schlagzeug).

Das Projekt wurde von Alexandra Sidorowa und Dmitri Kokarew nach ihrem Kennenlernen im Sommer 2022 gegründet. Die Idee von «Мещера» beruhte von Anfang an auf der Verbindung von Black Metal und Dark Folk, und die Arbeit am Material entwickelte sich schnell und geschlossen, wodurch bereits die ersten Veröffentlichungen der Band einen gefestigten und wiedererkennbaren Klang zeigten. Die Hinwendung zum Black Metal war für Alexandra kein zufälliger Richtungswechsel: Ihr Interesse an dieser Richtung bestand schon lange, noch seit der Zeit früher Gruppen. Dabei zog sie weniger die radikale Form des Genres an als vielmehr seine symphonische und melodische Seite, verbunden mit Größe, Orchestrierung und dem Kontrast von Schönheit und Extremität. Zu den wichtigen Bezugspunkten dieses Kreises gehörten für sie «Dimmu Borgir» und «Septicflesh».

Schon in der frühen Phase wurde Alexandra sofort zu einer der Schlüsselfiguren von «Мещера». In Materialien zum Debüt-EP «Сказки чёрных лесов» und zum Album «Жатва» erscheint sie als Autorin von Gesang und Texten, und ihre Rolle im Projekt geht über eine rein interpretierende Funktion hinaus. Gerade ihre Beteiligung prägte in hohem Maße die sprachliche, emotionale und bildhafte Ebene der frühen «Мещера». Innerhalb der Band erhielt sie eine für ihre Karriere seltene Möglichkeit, verschiedene Stimmfarben in einem einzigen künstlerischen Raum zu verbinden, ohne sie nach Genregrenzen zu trennen.

Künstlerische Ausdrucksweise

Eine der wichtigsten Besonderheiten Alexandras als Sängerin ist die Verbindung von klarem und extremem Gesang. Dies wurde zu einem der zentralen Merkmale des Klangs von «Мещера»: Ihre Parts verbinden melodische Linie, emotionale Akzentsetzung und genretypische Schärfe. Der klare Gesang nimmt in ihrer Ausdrucksweise aus technischer Sicht einen natürlicheren und stabileren Platz ein, während der extreme Gesang mit stärkerer emotionaler Hingabe und größerem Energieaufwand verbunden ist. Zugleich bleibt das wichtigste Merkmal ihres interpretatorischen Ansatzes gerade der Wechsel von Zuständen und Techniken, nicht die Arbeit innerhalb eines einzigen Registers. In diesem Sinne wurde «Мещера» für sie zu einem Raum, in dem sich verschiedene Seiten ihrer Stimme entfalten - von akademischen Einschüben bis hin zu extremen Formen der Klangerzeugung.

Ihre Gesangstechnik beruht auf einer breiten professionellen Grundlage. Alexandra formte sich vor allem als akademische Musikerin mit Neigung zum Operngesang und absolvierte ein Praktikum in Deutschland bei einem Operngesangslehrer, der mit dem Mariinski-Theater verbunden war. In ihrer beruflichen Biografie gibt es auch die Arbeit an der Aufnahme einer CD mit Barockmusik und Opernarien. Gleichzeitig entstanden Volksgesang, Sprechstil, Popstil und extreme Ausdrucksweisen bereits als Ergebnis eigener Suche, Studioexperimente und des Bestrebens, die eigenen Möglichkeiten ständig zu erweitern.

Eine zusätzliche Rolle in ihrem Bühnenbild spielt die Neigung zur Theatralik. Dies hängt auch mit ihrem familiären Umfeld zusammen: Ihre Urgroßmutter war professionelle Theaterschauspielerin, und unter ihren Verwandten gab es Künstler sowie Menschen, die mit Bühnenbild und Dekoration arbeiteten. Daher wurden Bühnenbilder, Kostümhaftigkeit, Inszenierung und eine starke visuelle Komponente für sie zu einem natürlichen Teil des künstlerischen Denkens.

Thematisch ist ihr autorischer Beitrag vor allem mit Naturbildern, historischem Gedächtnis, mythologischer Bildsprache und innerer emotionaler Erfahrung verbunden. Die Neigung zu Mythen, alter Geschichte und legendärem Denken war in ihrem Leben seit der Kindheit vorhanden und fügte sich später auf natürliche Weise in die Arbeit an Folk- und atmosphärischen Projekten ein.

Wichtigste Veröffentlichungen

Zu Alexandras wichtigsten Veröffentlichungen mit «Мещера» gehören das EP «Сказки чёрных лесов» (2023), das Album «Жатва» (2023), «Жатва (Acoustic Version)» (2024), «Песни вечных ветров» (2024), «Заклятье» (2025) und «Легенды древних» (2025). In mehreren dieser Arbeiten trat sie nicht nur als Sängerin, sondern auch als Texterin auf. Nach der Veröffentlichung des Debütalbums ging die Band recht schnell zu Konzertaktivitäten über und etablierte sich als auffälliges Projekt der russischsprachigen Folk-/Black-Metal-Szene. Für Alexandras Biografie ist dies besonders wichtig, da «Мещера» nicht einfach nur eine weitere Band in ihrem Werdegang wurde, sondern eine der zentralen Gruppen ihrer reifen Phase.

Bedeutung

Alexandra ist ein Beispiel für eine Musikerin, die nicht aus einem amateurhaften Umfeld auf die schwere Szene kam, sondern aus einer ernsthaften akademischen Ausbildung. Ihre Biografie verbindet Musikschule, Fachschule, Konservatorium, Chorpraxis, langjährige Beteiligung an verschiedenen Bands, Erfahrung als Autorin und den Übergang zu einer größeren Rolle in «Мещера», wo sie nicht nur zur Stimme wurde, sondern auch zu einer der Personen, die das gesamte künstlerische Erscheinungsbild des Projekts prägen. Bezeichnend ist auch, dass Klassik und Underground in ihrem künstlerischen Weg einander nicht gegenüberstanden, sondern sich parallel entwickelten und gegenseitig stärkten.

Aufgrund der Gesamtheit ihrer Diskografie, ihrer Projektaktivität und ihrer Rolle in «Мещера» kann Alexandra als eine der bemerkenswerten Figuren an der heutigen russischsprachigen Schnittstelle von Folk-, Pagan- und Atmospheric-Black-Metal-Szene betrachtet werden. Diese Einschätzung hat analytischen Charakter, stimmt jedoch gut mit der Breite ihrer Projektbiografie, ihrer beständigen Präsenz in mehreren Gruppen und dem Platz überein, den «Мещера» in ihrer Karriere eingenommen hat.

Interessante Fakten aus dem Leben

Neben ihrer musikalischen Tätigkeit gibt es in Alexandras Biografie eine Reihe von Details, die ihren Interessenkreis und ihre persönliche Wesensart besser verstehen lassen. Seit ihrer Kindheit fühlte sie sich von Mythologie und alter Geschichte angezogen: Eines der Bücher, die ständig auf ihrem Tisch lagen, war «Мифы и легенды Древней Греции», und einen besonderen Platz unter ihren Interessen nahm Ägypten ein. Damit verbunden ist auch eine der einprägsamen Episoden ihrer Kindheit: Während ihrer ersten Auslandsreise, im Alter von neun Jahren, verirrte sie sich in einem antiken Tempel in Luxor. Der Eindruck des Spaziergangs zwischen alten Ruinen festigte langfristig ihr Interesse an mythologischen, historischen und bildhaften Themen.

Abseits der Bühne führt Alexandra einen sehr aktiven Lebensstil, liebt das Laufen und trainiert regelmäßig mit Kraftübungen. Ständige Bewegung, zahlreiche Projekte, Reisen und die Einbindung in verschiedene kreative Prozesse bilden einen natürlichen Teil ihres Alltags.

Zu den einprägsamen Episoden ihrer frühen Biografie gehört die Teilnahme an einem Konzert mit Ennio Morricone, bei dem sie noch während ihrer Ausbildung an der Musikfachschule im Chor auftrat.

Außerhalb der darstellerischen Tätigkeit ist ihre Hauptarbeit mit Werbekampagnen verbunden, überwiegend für Musikgruppen, was ihre Biografie als Mensch ergänzt, der nicht nur auf der Bühne, sondern auch im organisatorisch-praktischen Bereich in die Musikszene eingebunden ist.

Zu ihren charakteristischen persönlichen Eigenschaften gehören Disziplin, Beharrlichkeit und die Gewohnheit, Begonnenes bis zum Ende zu führen. Diese Eigenschaft passt gut zu ihrer Biografie, in der akademische Schule, Arbeit im Underground und Beteiligung an mehreren Projekten gleichzeitig verliefen.

Fotos

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